SteirerCup Sensationen – Regionalligisten Gleisdorf und Weiz werden von Pircha (Unterliga) und Pischelsdorf (Oberliga) eleminiert

Der USV BT-Group Pircha lieferte gestern die größte Sensation aller 250 Begegnungen der bisherigen WOCHE Steirer-Cup Saison 2018/19. Man wirft im Nachbarschaftsderby den letztjährigen Viertelfinalisten FC Gleisdorf 09, der mit der Regionalliga Mitte drei Klassen über den USV spielt, aus dem Bewerb.
In allen bisherigen vier Runden gab es insgesamt nur drei (!) Spiele (von 250) in denen sich ein Verein durchgesetzt hat, der zwei Klassen unter dem Gegner liegt. Der USV BT-GROUP Pircha überwindet nicht nur diese zwei Klassen sondern sogar noch eine mehr und das obwohl selbst die zweite Mannschaft von Gleisdorf mit der Oberliga Süd-Ost eine Klasse über dem USV Pircha spielt. Also ganz klar die Sensation des Steirer-Cup 2018/19 bisher.
Der nächste Gegner ist mit Tus Vorau eine der wenigen verblieben anderen Unterligisten in der 5. Runde, Pircha hat in diesem Spiel am 24. Oktober 2018 um 19 Uhr aufgrund der Auslosung Vorteil. Kommt man an dieser Hürde vorbei steht man unter den letzten 16 Teams, der Gegner im Achtelfinale wäre der Sieger aus der Partie Fürstenfeld gegen Pöllau/Bad Waltersdorf.

In der Unterliga Süd Meisterschaft steht der USV Pircha mit sieben Punkten aus drei Spielen auf Tabellenplatz zwei und tritt am Samstag in Straden an.
Kronen Zeitung 30.08.2018:

Pischelsdorf setzt Ausrufezeichen

Eine der drei Spiele in denen der zwei Klassen Unterschied übersprungen wurde, was der gestrige Sieg des SV Wirtschaft Pischelsdorf (Oberliga Süd Ost) gegen den SC Weiz (Regionalliga Mitte) mit 3:2 in der 4. Runde des Steirer-Cup. Die Pischelsdorfer haben damit nach einem durchwachsenen Oberliga Start (zwei Niederlagen, ein Sieg) ein Ausrufezeichen gesetzt.
In Runde 5 des Steirer-Cups trifft Pischelsdorf nun auf den Oberliga Süd/Ost Vertreter gegen den man bisher punkten kann, den SV Fladnitz an der Teichalm.
Aufgrund der Auslosung hat Pischelsdorf in diesem Duell am 24. Oktober um 19 Uhr Heimvorteil. In der 4. Runde der Oberliga Meisterschaft geht es für Pischelsdorf diese Woche zu einem Sonntagsspiel nach Anger.

Alle Ergebnisse der 28 von 32 gespielten Begegnungen der 4. Runde und Spiele der 5. Runde: Tabellen Übersicht aller bisherigen 250 Spiele und der nächsten Runde

Zumeist haben sich aber natürlich die höherklassigen Favoriten durchgesetzt, große Überraschungen gab es neben Pircha – Gleisdorf und Pischelsdorf – Weiz keine mehr.
Gegen eine Klasse höhere Vereine haben sich Krieglach, Gleinstätten, Köflach, Vorau und Feldbach durchgesetzt. Die drei letzten Gebietsliga Vertreter Lobmingtal, Dechantskirchen und Wundschuh haben keine weitere Überraschung geschafft, somit sind nur noch Vereine aus der Unterliga oder höher unter den letzten 32 Mannschaften des Steirischen Fußball Cups vertreten.

Wie in jeder Runde gab es auch in dieser Partien mit besonderer Spannung und Dramatik,  hervorzubeben dabei sicher die Derbys Köflach – Voitsberg und vor allem Frauental – DSC in dieser Runde. Kronen Zeitung 29.08.2018:

Die drei meistbesuchten Spiele der Runde:
Köflach – Voitsberg 2:1 n.V. 500 Zuschauer
Feldkirchen – GAK 1:3 450 Zuschauer
Frauental – Deutschlandsberg 4:6 n.V. 450 Zuschauer

Die zwei Klassen Hürde

Egal ob im Steirer-Cup oder auch ÖFB-Cup, es ist durchaus nicht unüblich, dass eine motivierte Mannschaft gegen sich gegen einen Verein der eine Spielklasse höher spielt durchsetzt. In den 250 in dieser Saison gespielten Steirer-Cup Partien ist das recht häufig passiert.

Bei Duellen zwischen Vereinen mit zwei oder mehr Klassen Unterschied ändert sich die Häufigkeit der Underdog Siege aber massiv, somit ist jeder Sieg der niederklassigeren Mannschaft in solch einem Duell eine große Überraschung.

Wie Eingangs schon geschrieben gab  es in den 250 Steirer-Cup Partien bisher nur vier solche Siege, einer davon eben die ganz große Sensation, die Überwindung von drei Ligen von Pircha. Zum Vergleich, das wäre so als würde der SK Sturm Graz im ÖFB-Cup gegen einen Landesligisten ausscheiden.
Natürlich kann sich keiner dieser Überraschungssieger davon etwas kaufen, die Gegner werden in den folgenden Runden nicht leichter und so ist es eine Seltenheit wie beim Finalisten Schladming im letzten Jahr, dass man im Bewerb ganz weit kommt.
Ein Prestigesieg sie von Pischelsdorf und Pircha ist aber ein Grund für den jeweiligen Verein zu feiern.

FC GLEISDORF KOMMENTAR

Auf Facebook wurde zum Spiel Pircha – Gleisdorf folgendes geschrieben und ich habe dazu eine etwas längere Antwort abgegeben, die ein wenig schärfer als gewöhnlich formuliert habe 😉

„Gleisdorf spielte mit einer „Abgeschwächten KM II“ mit einigen U17 Spielern“

„Was spricht dagegen das man mit Jungen hungrigen Spielern Antritt? So bekommen die Jungs Einsätze in der KM! Meisterschaft ist für den Verein eben wichtiger.

Die Meisterschaft ist vermutlich für fast ausnahmslos jeden Verein wichtiger als der Steirer-Cup und natürlich spricht überhaupt nichts dagegen, junge hungrige Spieler mitspielen zu lassen. Die Frage ist dann aber, ob man wie der DSC oder auch der GAK (der auch noch zusätzlich im ÖFBCup ist) dann beim Stand von 1:1 den Rother einwechselt und den Elsneg aufwärmen lässt oder ob einem als Verein die Partie bzw. das Duell einfach komplett egal ist. Gerade ein Derby gegen einen Verein aus der Nachbargemeinde in einem Bewerbsspiel, der als Underdog in die Partie geht, sollte einem vielleicht als Fußballverein nicht komplett egal sein oder?

Der StFV überlegt sich Dinge wie man den Steirer-Cup attraktiver gestalten könnte, schlussendlich ist der Steirer-Cup aber vor allem das was alle Beteiligten draus machen und da sind natürlich die Vereine maßgeblich. Wenn jeder mit einer Mischung aus U17 und KM2 antreten würde, könnte man den Bewerb gleich abschaffen. Gut dass es noch andere Zugänge gibt und somit Partien wie gestern Köflach – Voitsberg wo 500 Besuchern ein gutes Derby geboten wurde, möglich sind.

Weil jeder Verein den Steirer-Cup anders nimmt ist es natürlich auch vollkommen in Ordnung, wenn man gegen einen Verein Klassen unter der eigenen verliert. Dann aber mit einer „Abgeschwächten KM II“ zu kommen um die Sensation bzw. Derby-Pleite von Gleisdorf versuchen zu argumentieren ist halt schwach, ob man die Pleite bewusst in Kauf nimmt oder nicht ist das Problem des FC Gleisdorf und von sonst niemanden.

Ich kann natürlich Interna bzw. die Strategie des FC Gleisdorf für diese Saison und die kommenden Jahre nicht beurteilen, ist möglich, dass man sich schon in der 2. Liga und im Profibereich sieht und daher lästigen Unterhausfußball entsprechenden Stellenwert zuordnet.

Steirer-Cup Reform 2019/2020

Die ab 2019/2020 geplante steiermarkweite Auslosung ab Runde 4 und Auslosung nach Oberliga Regionen in den Runden 1-3 würde die oben angeführten top Partien Köflach – Voitsberg und Frauental – DSC bzw. Derbys im Steirer-Cup überhaupt abschaffen. Daher sollte die Reform meiner Meinung nach vom STFV auf keinem Fall wie geplant umgesetzt werden.
Viel mehr sollte man sich Stärken des Steirer-Cups überlegen und diese ausbauen. Die Stärken sind a) man bekommt einen ÖFB-Cup Fixstartplatz und b) es gibt Derbys zwischen lokalen Nachbarn/Rivalen die es aufgrund des Klassenunterschieds sonst nicht gibt c) man spielt als kleiner Verein mal gegen einen großen Gegner.

Daher zwei Vorschläge wie man den Steirer-Cup wirklich attraktiver machen könnte:

a) Die Stärke des Steirer-Cups Derbys forcieren und damit leben, dass man im Ennstal und Murtal leichter ins Achtelfinale kommt, als in der Südoststeiermark. In den ersten 5 – 6 Runden in allen Bezirken den Bezirksmeister ausspielen (Derby total), dann unter den Bezirksmeistern den Steirer-Cup Sieger ausspielen.
Je nach Anzahl an RLM/LL Teilnehmern darf bei manchen Bezirken der Vizebezirksmeister mit antreten um auf 16 Mannschaften zu kommen die sich dann den Titel ausspielen.
Insgesamt sollte die Anzahl der Runden, der Einstieg der LL/RLM/OL Teams gleich bleiben.
Der Titel Bezirksmeister sollte genug Ansporn für die LL/RLM Vereine sein den Bewerb ernst zu nehmen, noch mehr Derbys und Duelle zwischen Nachbarn Motivation für alle Vereine unabhängig von der Liga.

b) Aktuell hat die Steiermark fünf ÖFB-Cup Plätze für Amateurmannschaften zu vergeben, einer davon geht an den Landesliga Meister, einer davon an den Steirer-Cup Sieger und die restlichen drei an die besten Regionalliga Mitte Teams.
Eine durchaus drastische Maßnahme wäre nur mehr für den Steirer-Cup Sieger, den Landesliga Sieger und die beste Regionalliga Mitte Mannschaft die ÖFB-Cup Plätze direkt zu vergeben. Die Plätze 4 + 5 könnten man zwischen dem Finalisten des Steirer-Cups, dem ausgespielten 3. des Steirer-Cup und der zweit- und drittstärksten steirischen Regionalliga Mannschaft ausspielen lassen.
Am stärksten lassen die Regionalliga Mannschaften beim Steirer-Cup im Verhältnis zu Liga aus, wie man in dieser Runde an Gleisdorf und Weiz gut sehen kann. Daher wird für diese ein zusätzlicher Grund benötigt, wenn man im Steirer-Cup Platz 3 erreicht und die drittbeste steirische Regionalliga Mannschaft wird, wäre man automatisch für den ÖFB-Cup qualifiziert.

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